Runtasia Infokanal: Die Statur der Läufer - wieso sie schlank sind

Sonntag, 2. Juni 2013

Die Statur der Läufer - wieso sie schlank sind

Sieht man den Körperbau von Spitzenläufern an, so bemerkt man gleich, dass es unter ihnen keinen Übergewichtigen gibt. Hmm. Ist schon irgendwie klar, dass Sportler durchtrainiert und muskulös sind. Heute möchte ich die Auswirkung von ein paar überschüssigen Kilos auf die Laufleistung erörtern.


Viele meinen, die ideale Läuferstatur ist: groß, schlank und mit langen Beinen. So ungefähr sehen auch die Spitzensportler aus – sehr schlank, doch nicht unbedingt sehr groß! Denn große Läufer haben einen physikalischen Nachteil: Größe braucht Material. Und dieses Material hat ein Gewicht, das transportiert werden muss!

Die schnellsten 4 MarathonläuferInnen und ihre Körpermaße 

Mit einer Ausnahme sind bei den Männern alle „nur“ knapp 1,70m groß und haben einen BMI von unter 20. Auch die Frauen sind eher klein geraten und laut BMI wären sie medizinisch gesehen „sehr untergewichtig“!

Dennis Kimetto (2:02:57): 1,71m/55kg/BMI 18,8
Eliud Kipchoge (2:03:05): 1,67m/52kg/18,6
Emmanuel Kipchirchir Mutai (2:03:13): 1,62m/52kg/ 19,8
Wilson Kipsang (2:03:23): 1,82m/62kg/BMI 18,7
Patrick Makau (2:03:38): 1,72m/59kg/BMI 19,9

Paula Radcliffe (2:15:25): 1,73m/54kg/BMI 18,0
Mary Keitany (2:18:37): 1,58m/42kg/BMI 16,8
Catherine Ndereba (2:18:47): 1,60m/45kg/BMI 17,6
Tiki Gelana (2:18:58): 1,65m/48kg/BMI 17,6
Mizuki Noguchi (2:19:12): 1,50m/40kg/BMI 17,8

Diese SportlerInnen sind natürlich bestens auf die Herausforderung des Langstreckenlaufs vorbereitet und haben mit ihrem niedrigen Körpergewicht auch einen physikalischen Vorteil: sie müssen weniger Gewicht transportieren. Gerade so viel, dass sie nicht zu wenig Muskulatur haben, um diese Herausforderung zu meistern. Sollen sie noch weniger wiegen, dann wäre die Leistungsfähigkeit wieder beeinträchtigt.

Umgekehrt heißt es aber nicht, dass dünne Menschen gleichzeitig gute Läufer sind. Ein großer Mensch ist ja auch nicht gleich ein guter Basketballer! Das Körpergewicht ist lediglich ein wesentlicher Faktor. Es gehören aber noch viele andere Faktoren dazu wie Talent, Genetik, Training, Belastbarkeit, Ernährung, Motivation,....

Energieverbrauch pro Kilogramm Körpergewicht 

Eine Faustformel besagt, dass pro Kilogramm Körpergewicht und gelaufenen Kilometer eine Kilokalorie Energie verbraucht wird. Läuft also eine 100kg schwere Person 10km, dann wird sie etwa 1000kcal verbrauchen, wiegt sie nur 50kg, dann sind es nur 500kcal.

Und das beinahe unabhängig davon, wie schnell die 10km zurückgelegt wird. Wenn ein 50kg schwerer Mann 10km in 30 Minuten laufen kann, dann wird dafür etwa 500kcal benötigt. Wenn dieselbe Person 10km in einer Stunde läuft, dann verbraucht er damit auch nur 500kcal! Das heißt, dass der Energieverbrauch für eine zurückgelegte Distanz immer dieselbe ist. Wird jedoch der Energieverbrauch pro Stunde herangezogen, so hat in unserem Fall der Schnellere doppelt so viele Kalorien verbraucht. Und das ist der eigentliche leistungsbestimmende Faktor im Ausdauersport: wie viel Energie kann ich in einer bestimmten Zeit umsetzen.

Der Anteil des Körperfetts ist ausschlaggebend! 

Wenn also jemand ein Optimum an (ausreichend) Muskulatur und (wenig) Gewicht erzielen möchte, dann gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit, dieses Wettkampfgewicht zu erreichen: nämlich durch die Senkung des Körperfettanteils! Vom Fett haben wir ja bekanntlich ausreichend gespeichert und dieses Substrat ist auch bei extremen Ausdauersportarten nicht limitierend! Das Zuviel an Körperfett bedeutet für einen Läufer eigentlich „Ballast“, der beim Laufen Energie kostet, auch wenn es Energie ist.

Welche Auswirkung eine Gewichtsreduktion auf deine Wettkampfzeiten haben kann und wie du deinen Fettanteil bestimmen kannst, das erfährst du in meinem nächsten Bericht. Willst du die weiteren Berichte gleich per Mail zugestellt bekommen, dann melde dich doch gleich beim Newsletter an!

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Kommentare :

  1. und "Genetik" umfasst dann wohl auch so Dinge wie Sauerstoffzufuhr und -transport,.. ? Oder ist das dann eher Talent ? Oder ist Talent, wie schnell man die Lauftechnik verbessern kann?
    Vielleicht je nach Einstellung, ob man es als "vorgegeben" sieht oder als etwas, das einem "gegeben" ist :-)

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    1. Natürlich gehört beides dazu: Fähigkeiten (Genetik) und Fertigkeiten (was man sich aneignet). Die Genetik kann man (noch) nicht beeinflussen und ist deshalb wohl ausschlaggebend fürs "Talend". Ob es nun Talent ist, wenn jemand die Lauftechnik leichter erlernt bzw. es eine gegebene Fähigkeit ist oder andere Gründe in der Kindheit mit hineinspielen, kann ich nicht sagen...wird aber auch beides wichtig sein! Da gibt es sicher interessante Zwillingsstudien!

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