Runtasia Infokanal: Laufen und Saufen– was der Alkohol bewirkt

Sonntag, 27. Oktober 2013

Laufen und Saufen– was der Alkohol bewirkt

Alkohol ist ein Genussmittel, ohne den viele nicht leben wollen – mich eingeschlossen! Außerdem wird „mäßigem Alkoholkonsum“ eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Die Franzosen machen es uns vor: das Achterl Rotwein am Tag erhöht die Lebenserwartung. Auf der anderen Seite ist Alkohol ein Zellgift, das zu gravierenden Schäden führen kann.

Die Dosis macht das Gift! 
So wie in vielen Bereichen des Lebens, ist die Dosis ausschlaggebend, ob es dem Körper bekömmlich ist oder schadet. Wasser zum Beispiel ist für uns auch lebensnotwendig, kann in Extremfällen aber auch töten! Heute möchte ich versuchen, die Auswirkung des Alkohols auf Läufer in all ihren Lebenslagen zu beschreiben. Ob es mir gelingt?

Saufen beim Laufen! 

Vor gar nicht einmal so langer Zeit tranken Marathonläufer Bier bei den Labestationen. Sie meinten, dass es ihnen wertvolle Energie gibt und den Körper mit den nötigen Mineralien versorgt. Bald ist man aber draufgekommen, dass der Alkohol die Gefäße erweitert (Herz muss mehr arbeiten), den Elektrolythaushalt verändert (Kreislaufprobleme), den Kohlenhydratstoffwechsel fordert (Unterzuckerung), ganz abgesehen davon, dass Alkohol das Zentralnervensystem beeinträchtigt (Reaktionszeit, Urteilsvermögen,…). Wenn schon etwas unter Belastung trinken, dann soll es ein echtes Sportgetränk sein!

Saufen nach dem Laufen! 

Bereits vor wenigen Wochen hab ich schon einmal die Auswirkung des Alkohols auf die Regeneration beschrieben. Auch wenn das kühle Bier nach dem Laufen eine Wohltat sein kann, der Alkohol verzögert die Regenerationszeit und das Training am nächsten Tag wird negativ beeinflusst. Der Wasserhaushalt wird aus dem Gleichgewicht gebracht und die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher dauert länger. Für Läufer ist die wichtigste Mahlzeit, die nach dem Training. Es soll eine regenerationsfördernde Maßnahme sein und keine, die sie hemmt!

Laufen nach dem Saufen! 

Wenn du einmal etwas über den Durst getrunken hast, dann kann das Laufen den Kater verkürzen. Eine entspannte, nicht allzu lange Laufeinheit regt den Kreislauf an und die vermehrte Durchblutung lässt den Körper schneller erholen. Der Restalkohol wir dadurch zwar nicht schneller abgebaut, doch das subjektive Empfinden wird besser. Der Alkohol davor hat aber seine Narben in der Leistungsfähigkeit hinterlassen! Wenn du nach der Zechtour sogar ein intensives Training planst, wird dein Körper und Kreislauf wohl nicht ganz mitspielen wollen.

Saufen ohne Laufen! 

Ohne tiefer in die Problematik des (exzessiven) Alkoholkonsums einzugehen, möchte ich nur die allgemeinen Auswirkungen des Alkohols aufzählen. Dass diese „legale Droge“ in unserer Gesellschaft oft missbraucht wird und Abhängigkeiten entstehen, soll an anderer Stelle diskutiert werden. Alkohol hat jedenfalls auch eine Auswirkung auf nicht laufende Menschen! Neben den bereits erwähnten Auswirkungen auf den Körper liefert Alkohol auch eine Menge Energie! Zum Beispiel hat ein Viertel Wein oder ein Krügerl Bier mehr als 200kcal. Diese Energie wird vollständig aufgenommen und gespeichert, ohne dass der Körper ein Sättigungsgefühl bekommt. Jeder kennt die Situation nach einer durchzechten Nacht: Kohldampf macht sich breit und beim nächsten Würstelstand wird gierig eine Burenwurst verdrückt! Dabei hat man während der Nacht Unmengen an Kalorien in flüssiger Form aufgenommen. Alkohol ist oft ein unterschätzter Faktor beim Übergewicht!

Saufen durchs Laufen! 

Zum Abschluss stelle ich jetzt mal eine These auf, die mir schon länger durch den Kopf geht. Vielleicht gelingt es einem Leser ja, diese Vermutung auch wissenschaftlich zu belegen! Läufer sind tendenziell suchtanfällig. Beim Laufen werden angeblich auch Glückshormone ausgeschüttet, und deshalb suchen sie immer wieder den neuen Kick. Wenn nun so ein Läufer immer wieder läuft, um seine Sucht zu stillen, dann steigt die Gefahr, dass er in ein Übertraining kommt. Läuft dieser auch Wettkämpfe, dann wird er seine Leistung daraufhin nicht optimal steigern können. Was heißt: Wenn jemand gerade durchs Laufen mit dem Trinken beginnt, dann könnte es auch an den ständigen Misserfolgen bei Wettkämpfen liegen? Sei es durch Übertraining oder an der falschen Selbsteinschätzung. Hmm! Aus Frust sozusagen.

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Kommentare :

  1. Ich gebe zu, ich mach' beides gerne und muss mich weder für das Eine noch das Andere überwinden :-)
    Trotzdem hab' ich Prioritäten und da ist mir eindeutig das Laufen lieber - deswegen hab' ich auch einen "Laufplan", aber keinen "Saufplan" ;-)
    Die Priorität ist aber für mich nicht oberstes Gebot. Könnte ich meine Halbmarathonzeit um 30 Sek. verbessern, wenn ich auf meine gelegentlichen 1-2 Spritzer verzichten würde - nun ja, dann bliebe sie halt um 30 Sek. schlechter. Das ist so wie mit den berühmten 2kg, diese paar Sekunden sind mir dann schlicht egal.

    Liebe Grüße,
    Diana aus Wien :-)

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  2. Mich würd einfach noch interessieren ob es dem Trainingserfolg stark schadet? Wenn ich am nächsten Tag sowieso Ruhetag habe wird sich das mit der Regeneration trotzdem ausgehen, oder schädigt eine exzessive Nacht auch die Muskeln bzw wirft es mich einfach wieder zurück im Training?
    Und ich rede nicht von 1-2 spritzer sondern einer wirklich durchzechten Nacht 1 mal in der Woche...wies hald als junger oft der Fall ist ;)
    Würd mich über eine Antwort freuen :)

    LG

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    1. Ich bin jetzt sicher nicht der Experte für exzessiven Alkoholkonsums! :-)
      Ein Vollrausch ist ja nicht in einem Tag überstanden. Der Alkohol ist ein Gift und zerstört Zellen. Und das nicht nur im Nervensystem, sondern in jedem Organ! Damit werden neben dem Wasserhaushalt auch andere wichtige Funktionen beeinträchtigt: Hormonbildung, Schlafqualität, Immunsystem, Nährstoffaufnahme und deren Verwertung,...und dann kommt noch das Risiko hinzu, sich in einem Vollrausch zu verletzen! Das alles beeinflusst das Training natürlich nachhaltig!!!!

      Wenn's jedes Wochenende passiert, dann hast du auch ein dementsprechendes "alkophiles" Umfeld, das auf Dauer vielleicht zur Abhängigkeit führt.

      Die Dosis macht's aus - wenig zum Genuss ist verträglich und hat eine nur geringe Auswirkung aufs Training. Kein Alkohol hat jedenfalls keine negativen Auswirkungen! Aber kein Alkohol ist auch keine Lösung ;-)

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    2. Aber auch Alkohol ist keine Lösung. Sondern ein Destillat ;-)

      Lg Tom

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  3. Mäßiger Alkoholkonsum hat KEINE gesundheitsfördernde oder lebensverlängernde Wirkung. http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/1027403/
    Es gibt solche Studien z.B. auch mit Rauchen. Erstaunlich, dass sich dieser Mythos so hartnäckig hält. Aber das liegt wohl daran, dass wir so gerne saufen.

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    1. Hallo Christian!

      Prinzipiell hast du ja Recht, doch auch dein erwähnter Artikel besagt nicht, dass Alkohol per se nicht gesunheitsfördernd sein kann. Bei beobachtenden Studien kann man nur herausfinden, dass ein bestimmtes Verhalten einen Zusammenhang zeigt - zum Beispiel Rotweintrinker haben niedriges Herzinfaktrisiko. Ob nun der Rotwein selbst oder das Verhalten eines typischen Rotweintrinkers gesundheitsfördernd ist, wird man damit nicht herausfinden.
      Einkaufsstudien zeigen, dass eben Rotweintrinker vermehrt zu Obst und Gemüse und zu weniger fettreichen Lebensmittel greifen...sie sind gebildeter und haben ein höheres Einkommen - das heißt aber nicht, dass der Rotwein gesünder macht!
      Polyphenole haben eine gesundheitsfördernde Wirkung (antioxidativ, entzündungshemmend,...) in Rotwein sind diese in größeren Mengen vorhanden. Gesundheitsfördernd also ja - aber niemand kann genau sagen, ob der Alkohol diesen Vorteil wieder wett macht!

      Also:
      Die Dosis macht's aus!
      Definitiv hat ein Glas pro Tag keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit!
      Die Gesundheit ist kein Motiv für Alkoholkonsum, sondern lediglich für einen Genuss

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  4. hallo walter,

    zum thema "sucht" und sport/laufen, war vor kurzem ein fernsehbeitrag

    Beitrag: Langlauf in die Sucht Wenn Sportler nicht mehr aufhören können
    http://www.mdr.de/mediathek/suche/mediatheksuche102.html?q=sucht&x=0&y=0
    runterscrollen und den beitrag suchen - konnte leider nicht direkt verlinken.

    lg
    wolfgang

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  5. Danke für den Hinweis. Wirklich sehr interessant
    Martin

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