Runtasia Infokanal: Und wenn du einen Laktattest machst, dann...

Sonntag, 14. April 2019

Und wenn du einen Laktattest machst, dann...

...mach ihn ordentlich! Bekannt ist, dass ich persönlich nicht viel von Laktattests halte und in der Betreuung eigentlich ganz gut ohne ihn auskomme. In unseren Breiten ist der Laktattest scheinbar aber das Mittel zur Wahl - und wird es wahrscheinlich auch noch länger bleiben. Wenn du dein Training unbedingt über einen Laktattest steuern möchtest, dann gibt es wichtige Punkte, die du berücksichtigen solltest. So kannst du das Beste aus diesem Test rausholen!

Auch wenn ich in den letzten Wochen einige Kritiken zu meiner Herangehensweise erhalten habe, bin ich fest davon überzeugt, dass in vielen Fällen eine Trainingssteuerung über Laktat nicht zielführend sein kann! Vor allem im Breitensport ist er meiner Meinung nach sogar überflüssig! Gerade mit diesen Sportlern ist aber „leichtes Geld“ zu machen, da sie sich auf professionelle Betreuung verlassen. Und was im Spitzensport gemacht wird, das müsste doch für uns Hobbysportler auch gut sein?

In letzter Zeit bekomme ich jedoch immer mehr Unterstützung und manche Trainer kehren sich auch wieder vom Laktattest ab. Zu viele haben bereits schlechte Erfahrungen gemacht bzw. haben sich um Alternativen umgesehen, um selbst eine bestmögliche Trainingsbetreuung zu bieten.

Wenn du jedoch unbedingt einen Laktattest machen möchtest, dann musst du Folgendes berücksichtigen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch, dass du daraus wertvolle Informationen für dein Training erhältst:

Einmal ist keinmal 

Der oberste Grundsatz ist: ein einziger Test ist sinnlos!!! Zu groß ist das Risiko, falsche Ergebnisse zu erhalten. Wenn du einen Laktattest machen möchtest, dann musst du dir für den Einstieg zumindest 3 bis 4 Tests vornehmen, damit du sichergehen kannst, vernünftige Werte zu erhalten.

Stufentest nur als Einstieg 

Aus einem einmaligen Stufentest erhält man nur eine Momentaufnahme und einige Hinweise über den Sportlertypen. Erst durch Dauerbelastungstests ist zu sehen, wie das Laktat dieses Sportlers reagiert. Wenn man es genau macht, dann kann man dadurch die individuelle anaerobe Schwelle sehr gut bestimmen. Dadurch ist auch mit Sicherheit geklärt, welcher „Laktattyp“ der Sportler ist.

Trainingsbereiche festlegen 

Mit dem Testergebnis sollst du deine individuellen Trainingsbereiche erhalten. Im Falle des Laktattests solltest du eigentlich nicht nach Puls trainieren, da wir wissen, dass sich der Puls während des Trainings verändert, nicht aber das Laktat – und umgekehrt! Und wenn ich schon einen Laktattest mache, dann ist ein Training nach Laktat auch sinnvoll und logisch! Dass ein Training nach Tempo wiederum Vor- und Nachteile hat, ist wieder ein anderes Thema!

Regelmäßigkeit 

Wenn du deine Erstuntersuchung richtig absolviert hast und vernünftige Werte erhalten hast, kannst du gezielt trainieren. Erst deine Schwächen stärken und dann die Leistung für dein Wettkampfziel optimieren. Auf dem Weg dahin solltest du die Entwicklung wiederum mittels Laktattests überprüfen und gegebenenfalls dein Training adaptieren. Jeder weitere Laktattest gibt dir Informationen für den nächsten Trainingsabschnitt. Und diese Werte müssen auch richtig interpretiert und die nötigen Maßnahmen gesetzt werden.

Institut bzw. Tester sorgfältig auswählen 

Überleg dir sehr sorgfältig, bei wem du den Test machst. Nicht jeder hat die Möglichkeiten bzw. besitzt das Know how, den Test richtig einzusetzen. Was auffällig bei einem Test ist:
  • ein Laktattest mit 4 oder weniger Stufen
  • ein Laktatmessgerät in „Taschenformat“
  • der Tester hat keine einschlägige Ausbildung
  • die gesamte Testung findet ausschließlich am Laufband oder noch schlimmer am Ergometer statt
  • die Besprechung des Tests fehlt bzw. Fragen können nicht schlüssig beantwortet werden
  • unrealistische Werte werden nicht hinterfragt 

Ergebnis mit Erfahrung vergleichen 

Ein Laktattest (vor allem, wenn es der erste ist) darf nicht unreflektiert übernommen und bewertet werden. Vergleiche es mit deinem persönlichen Gefühl und deinen Wettkampfergebnissen. Eine Orientierung ist das 10km-Tempo für die anaerobe Schwelle. Dazu brauchst du natürlich schon Trainings- und Wettkampferfahrung und ist für Anfänger wiederum schwierig!

Erklärung fordern 

Besprich die Ergebnisse ausführlich mit dem Tester. Das Papier mit ein paar Zahlen ist wertlos, wenn du dieses Resultat nicht in dein Training umsetzt. Der Tester muss dir die nötigen Informationen für dein weiteres Training geben können bzw. dein Training so steuern, dass die einzelnen Einheiten durch den Laktattest begründet sind.

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Tipp der Woche
Wenn's einmal ein Marathon werden sollte, dann musst du diesen Leitfaden gelesen haben. Dann kommst du sicher und verletzungsfrei ins Ziel und verlierst auf dem Weg dorthin nie den Spaß am Laufen

Kommentare :

  1. Hier etwas für Deine Sammlung: http://www.ichwilllaufen.blogspot.co.at/ - die junge Dame müsste, wenn Buchleitner konsequent dran "glaubt", eigentlich die Empfehlung "spazieren gehen" bekommen. :)

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    1. danke! 10 Minuten am km ist doch eh gemütliches Laufen, oder?

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    2. Total, und weil es der Test gesagt hat hält sich die junge Dame auch stur daran:

      "Ich bin euch auch noch ein paar Sätze zu meinen Ergebnissen aus der Leistungsdiagnostik schuldig: Die Hard Facts hat der Running-Coach ja bereits zusammengefasst. Quintessenz: Berni muss erstmal Tempo reduzieren und langsam loslegen.

      Langsam loslegen heißt in meinem Fall, laufen in Gehtempo, bei 6 km/h und max 150 Puls. Nur so kann ich nämlich meine Grundlagenausdauer und den Fettstoffwechsel trainieren.

      Man hört ja immer, man muss langsam zu laufen beginnen - bloß was ist "langsam". Ich dachte eigentlich, ich laufe in meinen Trainingseinheiten eher langsam. Scheinbar war das doch viel zu schnell, um eine gute Basis zu haben. Aber so schwer es mir fällt - vor allem, wenn mich andere Läufer (und vielleicht auch noch Nordic Walker... ;-) ) überholen - da muss ich durch.

      Wie der Running-Coach aufgetragen hat, bin ich heute mal komplett vom Gas gegangen und hab nur auf meinen Puls geschaut. Das ging auch richtig gut, ich war nie über 140 - allerdings war das mit 6,3 km/h im Durchschnitt wirklich richtig langsam. Ich bin mir zwischendurch vorgekommen, als laufe ich in Zeitlupe... ;-) Aber was solls - in diesem Fall sind Hausaufgaben da, um gemacht zu werden.

      Umso mehr freue ich mich jetzt schon auf den Trainingsplan vom Running-Coach. Da ist dann nämlich hoffentlich ersichtlich, wann ich wieder ein bisschen auf die Tube drücken darf ;-)


      Bis dahin laufe ich noch ein bisschen in Gehtempo herum. Wenn mir mal jemand begegnet - nicht wundern, ich bin Anfängerin ;-) "

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    3. "da muss ich durch" :-)

      Ich bin mir sicher, dass sie nie und nimmer auf einen Puls von 140 Schlägen kommt, wenn sie mit 10min/km geht! Das schlurfende Laufen ist zwar scheinbar ein Laufen, aber es ist eben anstrengender als das Gehen. Sie soll Krafttraining machen! :-)

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  2. Super Link, Georg! Bei Wolfgang fände ich es aber auch sehr interessant, wo man da denn irgendwelche Schwellen hinlegen wollte, mangels Knick. :-)

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    1. steht doch eh genau in der Auswertung: 2 und 4mmol/l ;-)

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  3. super blog :)

    würde mich über feedback freuen

    mfg

    versuch908.blogspot.de

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    1. hmmm...wieso möchtest du dann von mir ein Feedback, wenn du meinen Infokanal gut findest? Aber gut, dass du einen Link hinterlassen hast ;-)

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