Sonntag, 29. Mai 2011

Laufschule – wir lernen laufen [1]

Um in die Laufschule zu gehen und das Lauf-ABC zu lernen, muss man zum Glück keine Schulbank drücken. Im Gegenteil! Man wird aktiv und präsentiert dem Körper ungewohnte, teils extreme Bewegungsmuster. Mit speziellen Übungen wird dem Körper gezeigt, dass es neben dem gewohnten Bewegungsablauf auch noch andere Möglichkeiten gibt, sich zu bewegen. Vielleicht sind die sogar effizienter? Je öfter man ihm diese Übungen zeigt, desto eher wird er einen fest eingefahrenen Laufstil ändern – und zwar langfristig.

Vorsicht ist aber geboten!
Wie schon erwähnt, ist eine zu rasche und intensive Änderung des Laufstils problematisch, da der gesamte Körper auf das bestehende Muster geprägt und eingestellt ist. Wird er zu rasch geändert, werden andere Muskeln vielleicht zu sehr beansprucht und sind sogar überfordert…das Resultat ist dann erst wieder eine Verletzung!

Besonders aufpassen muss man, wenn man bisher einen extremen Fersenlauf hatte und diesen auf den Vorfuß/Mittelfuß ändert. Die Waden – im Speziellen die Achillessehne – brauchen sehr lange, um dieser neuen Belastung standzuhalten. Erst wird man vielleicht „nur“ einen starken Muskelkater bekommen. Auf Dauer beleidigt man aber immer wieder die Achillessehne und das kann sich zu einem langwierigen Problem entwickeln.

Nicht zu viel erwarten!
Bitte keine Wunder erwarten, wenn man ein paar Mal das Lauf-ABC ins Training einbaut. Das ist eher eine Investition in die Zukunft. Nach jeder Laufschule erfährt der Körper einen neuen Reiz und merkt sich das. Mit der Zeit merkt er aber auch, dass er eventuell mehr Kraft einsparen könnte, wenn er zum Beispiel den Fuß etwas anders aufsetzt oder das Bein mehr hebt. So verändert sich der Laufstil langsam aber stetig zu einem effizienten und aktiven Laufstil.
Wenn man dem Körper diese Übungen überhaupt nicht präsentiert, wird er auch nie erfahren, dass es neben dem bestehenden Bewegungsmuster auch noch Alternativen gibt.

Das beste Aufwärmen!
Immer noch geistert die Theorie herum, dass zum richtigen Aufwärmen erst eingelaufen und dann ordentlich gedehnt werden muss. Klar ist aber, dass gerade das Dehnen vor einer Belastung die Muskelspannung senkt (ist ja der eigentliche Sinn des Dehnens!) und dadurch die Verletzungsgefahr beim Laufen steigt! Nur ein aktivierter und warmer Muskel ist leistungsfähig und belastbar.

Die Laufschule macht genau das – sie aktiviert die laufspezifische Muskulatur und bereitet sie auf die eigentliche Laufbelastung vor. Gerade vor intensiven Einheiten (Wettkampf, Intervalltraining,…) ist dies beste Art, sich aufzuwärmen und man trägt auch gleich etwas zur Verbesserung des Laufstils bei!

Laufschule ist kein Laufsteg!
Diese Übungen sehen teils komisch aus und man fällt auch sehr auf, wenn man hüpfend durch die Gegend läuft. Teilweise wurde auch schon mit dem Finger auf uns gezeigt oder Passanten schütteln verständnislos den Kopf. Pfeif drauf! Auch wenn man sich blöd vorkommt – denk dran, dass dein nächstes Wettkampfergebnis besser sein wird und das ohne Verletzungen!


Und noch etwas:
Die Geschwindigkeit macht’s aus! Versuche nicht, deinen Laufstil bei einem Longjogg zu ändern. Bei dieser Geschwindigkeit haben die meisten einen schlurfenden und sehr passiven Laufstil. Wenn man die Laufschule macht, dann wird man sowieso beinahe von alleine immer schneller – versuche es!

Und wie das Lauf-ABC genau funktioniert und wieso welche Übungen sinnvoll sind, das möchte ich im nächsten Bericht präsentieren.

1 Kommentar:

  1. Immer wieder tolle Informationen, die du an dieser Stelle weitergibst!
    Schade, dass du keine "Filiale" in Kärnten hast, diverse Veranstaltungen würden mich interessieren und wahrscheinlich diversen Verletzungen verschonen. Läuferknie, und so ...!

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