Sonntag, 1. Mai 2011

Was wurde aus unserem Testläufer?

Abb. 1: Testlauf 5:45/km
Vor gut 3 Monaten präsentierte ich in diesem Blog einen Sportler, der innerhalb eines halben Jahres eine enorme Leistungssteigerung zeigen konnte. Mittels eines einfachen Testlaufs im Training mit konstanter Geschwindigkeit – annähernd der geplanten Wettkampfgeschwindigkeit - konnte von einem Testlauf zum anderen eine deutliche Absenkung und eine Abflachung des Herzfrequenzanstiegs gezeigt werden. In der ersten Abbildung noch einmal der Verlauf von Juli bis Dezember letzten Jahres. Eine detailierte Beschreibung zu dem Test findest du im Bericht "Testläufe im Training - was kann man daraus erkennen [1]"

Abb. 2: Testlauf 5:15/km
Mitte Februar entschlossen wir auf Grund dieser Daten, den Testlauf von 5:45 Minuten auf 5:15 Minuten pro Kilometer zu steigern. Wie zu erwarten, war der Durchschnittspuls etwas höher als mit 5:45/km, aber nicht so viel wie eigentlich erwartet (Anstieg von durchschnittlich 153 auf nur 158 Schlägen. Extrapolierte man die Kurve vom 15. Februar, so sieht man aber, dass er nach gut 30 Kilometern des Marathons theoretisch bereits einen Maximalpuls von über 190hz hätte. Für uns ein Zeichen, dass dieses Tempo über diese Distanz nicht möglich gewesen wäre.
Mit seiner gemessenen maximalen Herzfrequenz von 203 Schlägen und den Ergebnissen des ersten Leistungstests ist zu erwarten, dass dieser Sportler den Marathon wahrscheinlich mit einem Durchschnittspuls von 170 bis 175hz durchlaufen könnte.

Der nächste Testlauf einen Monat später bei der selben Geschwindigkeit zeigte jedoch eine abermals deutlichen Pulssenkung um knapp 15 Schlägen sowie eine deutliche Abflachung der Kurve. Hochgerechnet hätte dieser Testlauf nach 42 Kilometern einen Maximalpuls von etwa 185 Schlägen geendet. Dies gab uns zum Anlass, den folgenden Testlauf noch einmal etwas schneller zu laufen und vielleicht sind die 3h und 30 Minuten auch noch in Reichweite?!

Abb. 3: Testlauf 5:00/km
Bei den letzten beiden Testläufen kurz vor dem Wettkampf konnte zwar keine weitere Verbesserung festgestellt werden, der Anstieg der Kurve war aber zumindest stabil. Hochgerechnet würde dieser Anstieg am Ende eines Marathons wiederum 185 Schläge bedeuten. Jetzt wird’s ernst!

Wir entschlossen uns nach den letzten Trainingseinheiten vor dem Wettkampf, den Marathon auf 3h30’ zu laufen, wussten aber, dass es ein Restrisiko gab - wie bei jedem Marathon wohl gemerkt! Das bisherige Training und die Verfassung sprachen aber dafür!

Abb. 4: Endresultat
Der Sportler ging mit einer leichten Magenverstimmung - ich sage Nervosität dazu! ;-) – an den Start, beendete den Marathon aber mit einer Zeit von 3 Stunden und 36 Minuten, erreichte einen Durchschnittspuls von 172 und einen Maximalpuls von 187 Schlägen. Bis zum Kilometer 37 konnte er das Tempo sehr gut halten, wurde dann aber von anbahnenden Krämpfen heimgesucht.

Das nächste Ziel ist bereits formuliert - und das Ergebnis wir wieder an dieser Stelle präsentiert!

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