Sonntag, 11. Oktober 2020

G'schmeidige Muskeln braucht der Läufer!

Welcher Läufer kennt das nicht: Hin und wieder lässt man sich etwas massieren und genau an dieser einen Stelle (an der Wade, oder am Oberschenkel, oder am Gesäß, oder…) reicht ein sanfter Druck und man könnte aufschreien vor Schmerzen? Die typischen Läuferwehwehchen, ohne die wir nicht leben können. Im Gegenteil, wenn wir keine Muskelverspannungen haben, kann man fast glauben, dass das Training zu wenig sei! Doch diese kleinen Verspannungen können langfristig große Auswirkungen haben – und das sind keineswegs positive!


„No pain no gain“ heißt es so schön. Läufer müssen leiden, um wirklich Fortschritte zu machen. In gewisser Weise stimmt das auch, nicht hingegen bei einer Muskelverspannung. Denn ein verspannter Muskel kann nicht zu 100% arbeiten, was bedeutet, dass du auch nicht voll leistungsfähig bist!

Nur ein funktionsfähiger Muskel ist auch leistungsfähig!

Niemand wird (hoffentlich) auf die Idee kommen, Höchstleistungen anzustreben, ohne sich spezifisch aufzuwärmen. Denn nur ein gut durchbluteter und aktivierter Muskel kann die volle Leistung bringen. Wenn du von Null auf Hundert steigest, ist die Verletzungsgefahr sehr hoch.

Hast du nun irgendwo eine muskuläre Verspannung, dann heißt das nichts anderes, dass sich dieser Muskel schützt, indem er etwas mehr angespannt ist. So kann er zwar nicht mehr vollständig kontrahieren, er kann aber nicht mehr weiter überfordert werden. Eine ganz normale und sehr sinnvolle Schutzmaßnahme! Gäbe es sie nicht, dann würden wir diese Muskelfaser so lange belasten können, bis sie reißt. Wie auch bei einem unaufgewärmten Sprint. Und das wäre noch schlimmer für den Körper! Und hier beginnt das Dilemma für uns Läufer.

Was passiert, wenn die Muskulatur verspannt!

Muskeln können nur kontrahieren, also sich zusammenziehen. Nichts anderes! Für das Zusammenziehen wird Energie gebraucht und für die Entspannung gibt es ein paar Hilfsmittel (vor allem Kalzium), die den Muskel wieder in die Ausgangsposition bringt. Unsere Muskeln arbeiten darüber hinaus in einem bestimmten Bewegungsumfang am besten. Klar ist, dass du zum Beispiel weniger Gewicht in einer tiefen Kniebeuge heben kannst als bei einer mit 90°!

Muskelverspannungen entstehen immer bei Überbeanspruchung. Wie schon im letzten Bericht angedeutet, wenn die Belastung auf den Bewegungsapparat größer ist als die Belastbarkeit der Muskulatur. Sie wird einfach überfordert. Das passiert aber nicht von einem Tag auf den anderen, es ist ein langsamer Prozess, der durch unterschiedliche Gründe verursacht werden kann. Die häufigsten sind:
  1. zu viel, zu schnell, zu oft
    falsche Trainingsplanung! Der Körper braucht deutlich länger, um sich anzupassen, als der Kreislauf!
  2. zu schwache Muskulatur
    wenn die Muskeln noch nicht so weit sind! Ein gutes Beispiel dafür sind auch die  Verspannungen durch Fehlhaltungen un das viele Sitzen!
  3. falscher Bewegungsablauf
    ein unökonomischer Laufstil belastet Teile der Muskulatur, die vielleicht gar nicht dafür bestimmt sind.

Eine Muskelverhärtung gehört zu jedem Läufer!

Wir Läufer, und vor allem wir Marathonläufer sind aber hart im Nehmen und eine solche Verspannung kann uns doch nicht von unseren Laufvorhaben abhalten. Wir trainieren weiter! Dieser verspannte Bereich kann zwar nicht mehr zu 100% arbeiten, da bereits eine Vorspannung besteht, es ist zum Glück dennoch möglich, bis zu einem bestimmten Grad das Trainingspensum aufrechtzuerhalten. Doch kommen nun die Muskelfasern rund um diesen verspannten Bereich mehr zum Einsatz, was sie unter Idealbedingungen eigentlich nicht tun müssten. Und weil wir ja ganz normal weiter trainieren, werden auch diese Muskelfasern in kurzer Zeit auch dementsprechend überfordert. Als Schutzmaßnahme erhöhen sie auch ihren Tonus und verspannen. Ein Teufelskreislauf beginnt zu laufen! Eine kleine Verspannung kann zu einer Muskelverhärtung und zu immer größeren Schmerzen führen.

Läufer brauchen immer g‘schmeidige Muskeln!

Wir brauchen immer entspannte Muskeln, um den besten Trainingserfolg zu haben. Sind Bereiche verspannt, dann
  • ist wie schon oben erwähnt die Leistung reduziert.
  • Aber auch die Durchblutung dieser Bereiche ist eingeschränkt und deshalb auch
  • die Regeneration reduziert, was langfristig das Problem noch weiter verschlimmert!

Und genau deshalb sollten wir auf unsere Muskeln achten und sie hegen und pflegen, damit sie es uns mit Bestzeiten danken. Es kann an dieser Stelle nicht oft genug erwähnt werden, dass das Laufen deutlich mehr ist als irgendein Trainingsplan vorgibt. In der nächsten Woche bekommst du einen Einblick, was zu tun ist, um deine Muskulatur geschmeidig werden zu lassen und natürlich auch zu behalten. Die Massagerolle wird dabei eine wesentliche Rolle spielen ;-)

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