Runtasia Infokanal: Stressfreies Laufen – wenn Laufen auch Spaß machen soll

Sonntag, 25. Februar 2018

Stressfreies Laufen – wenn Laufen auch Spaß machen soll

Am Plan steht heute „10x 1000m“, und so muss es gemacht werden. Der Long Jog geht über 30km, und so muss es gemacht werden. Spaß hin oder her, Training hat nicht Spaß zu machen, Training hat zu wirken. Doch kann man auch ohne Stress und Leistungsdruck die Form verbessern. Sodass es auch Spaß macht? Man kann!

Manchen Läufern sieht man regelrecht am Gesichtsausdruck an, dass für sie das Laufen Arbeit bedeutet. Harte Arbeit! Trainingspläne werden verbissen abtrainiert, Pulsschläge werden gezählt, Sekunden bewertet und die Ziele werden immer höher gesteckt. Manche entwickeln sich dadurch zu einem verbissenen und mehr oder weniger spaßbefreiten Läufer, der zwanghaft immer einer neuen Bestzeit nachläuft, sonst aber keinen Sinn mehr im Laufen findet.

Wenn Druck und Leistung das persönliche Ziel beim Laufen ist, dann ist alles bestens und man soll auch so weitermachen. Gerade im Leistungssport gehört Fokus und Motivation an oberster Stelle. Macht man sich damit aber einen zu großen Stress, dann gibt es ein paar Tipps, wie du einen entspannteren Zugang zum Laufen finden kannst, ohne gleich den Großteil der antrainierten Leitung verlieren zu müssen.

nackt laufen

Wie schon vor kurzem genauer beschrieben ist „Nacktlaufen“ eine sehr wirksame Möglichkeit, einen anderen Bezug zum Training zu bekommen. Nicht etwa ohne Kleider ist damit gemeint, sondern ohne technischem Equipment. Etwas mehr auf den Körper hören und weniger von der Pulsuhr abhängig sein. So schulst du nicht nur dein Körpergefühl, du lernst dich auch besser einschätzen.

Trailläufe

Das Laufen abseits von befestigten Wegen ist ein einzigartiges Erlebnis für Körper und Geist. Durch die Abwechslung des Untergrunds und die vielen Eindrücke der Natur verfällt man oft in einen richtigen Flowzustand und vergisst die Zeit. Ein Traillauf als Long Jog zum Beispiel vergeht im Flug und man hat genauso viel für seine Form getan, wie auf der ebenen Asphaltstraße. Nur dass man nach solch einem Lauf mit mehr Energie zurückkommt.

Gruppenläufe

Unter Gruppenläufe verstehe ich nicht unmittelbar „Lauftreffs“, bei denen sich die Läufer gegenseitig anspornen, sondern entspannte Läufe, bei denen man sich einfach zum Laufen trifft und vor allem viel geplaudert wird. Wenn man die Regeln eines Gruppenlaufs einhält, werden Tempo und Leistung relativ, denn man muss sich anpassen…natürlich passen sich schnellere an langsamere Läufer an. Für manche sind solche Läufe die einzige Möglichkeit, tatsächlich langsam zu laufen. Denn auch das langsame Laufen ist nötig, um überhaupt schnell laufen zu können.

Kilometermarkierungen

Lauf dort, wo du keine messbaren Vergleiche findest. Das Nacktlaufen ohne GPS ist schon eine Möglichkeit, meide aber auch Strecken mit Bodenmarkierungen bzw. beachte sie nicht. Bei den meisten Trainingseinheiten ist es nicht so wichtig, wie schnell oder wie weit man gelaufen ist, Hauptsache man läuft nach einem einigermaßen systematischen Konzept. Intervalle, Testläufe, aber auch Wettkämpfe bereiten manchen Läufern Stress und sie verlieren die Freude mehr dabei. Versuch’s mal mit einem Fahrtenspiel oder einem Tempowechsel, das funktioniert auch ohne vermessenen Strecken.

Standardwettkämpfe vermeiden

Muss es denn immer ein genau vermessener 10er oder Halbmarathon auf einer idealen und vor allem flachen Strecke sein? Je mehr Vergleiche man hat, desto größer wird die Erwartungshaltung an den nächsten Wettkampf. Der Leistungsdruck steigt, wenn man bereits eine sehr hohe Leistung erreicht hat. Verbessert man sich nicht mehr, steigt sich auch der Verdruss. Wenn du hingegen an einem Wettkampf teilnimmst, der zum Beispiel 6,2km lang ist und 200 Höhenmeter hat, dann kannst du dich nicht mehr mit deinem bisherigen Ergebnis vergleichen und kannst entspannter an die Sache rangehen. Finden diese Läufe auch noch in der Natur statt, steigt damit auch der Erlebnisfaktor und die Freude am Laufen kehrt zurück, auch wenn der Wettkampf immer noch anstrengend bleibt.

weniger Umfang

Versuch’s mal mit Gemütlichkeit. Traue dich, einen Monat oder sogar eine ganze Laufsaison, etwas weniger zu trainieren. Du wirst unmittelbar vielleicht etwas an deiner Form verlieren (so viel wird es aber nicht sein!), aber du wirst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du einmal nicht trainierst. Im Gegenteil, du wirst dich auf jede einzelne Trainingseinheit freuen. In Kombination mit den hier angeführten anderen Punkten wirst du sogar zum entspanntesten Läufer überhaupt. Du wirst nämlich die Bestätigung erhalten, dass du ohne Zwang nicht viel langsamer bist, aber deutlich mehr Spaß ins Training bekommst. Versprochen!

mit/ohne Kopfhörern

Je nachdem, welcher Läufertyp du bist, kann Musik hören oder das Hören von Hörbüchern extrem entspannend beim Laufen sein. Sei es aus zeittechnischen Gründen, da man sonst nicht dazu kommt, oder um sich einfach etwas vom Alltag wegzuschalten. Trainingseinheiten werden so nicht mehr zur Pflicht, sondern du bekommst laufend Zeit geschenkt. 
Für andere Läufer (wie ich es einer bin) sind gerade keine Kopfhörer die bessere Alternative, um vom Alltag etwas Distanz zu gewinnen. Erst wenn man die Umgebung wahrnimmt, taucht man tiefer und intensiver ins Geschehen ein. Je länger die Distanz beim Laufen in der Natur ist, desto größer wird damit auch die Distanz zum Alltag.

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