Sonntag, 1. April 2012

Tipps für Laufanfänger (2) – die richtige Bekleidung und Ausrüstung

Im Prinzip wäre es ja sehr einfach. Jeder hat ein Paar Freizeitschuhe zu Hause und einen Trainingsanzug oder Shorts im Schrank. Ausreichend für den einfachsten Sport der Welt. Doch hat man erst einmal „richtige“ Sportbekleidung getragen, dann weiß man, was einem gefehlt hat.

Der Laufsport ist eigentlich sehr günstig. In unseren Kreisen besitzt jeder eine Grundausstattung zum Laufen. Je mehr jedoch das Laufen zum Leben gehört, desto größer werden die Ansprüche und damit auch die Anschaffungen. Das geht sogar soweit, dass das Laufen gar nicht mehr so günstig ist: mehrere Paar Laufschuhe für unterschiedliche Geschwindigkeiten und Strecken, eine (oder sogar mehrere) Hightech-Pulsuhr(en), die Kosten für Leistungsdiagnostik und Trainingsbetreuung, alle paar Monate ein neues Funktionsshirt und dann kommen noch hohe Startgebühren bei Wettkämpfen dazu.

Wenn du mit dem Laufen beginnst, brauchst du nur wenige dieser Dinge. Mit denen wird dir das Laufen jedoch noch mehr Freude bereiten. Eine vollständige Laufausrüstung kannst du dir natürlich jederzeit zulegen!

Bekleidung  
Funktionsshirt von ODLO
Wenn man erst einmal ein Funktionsshirt getragen hat, dann will man nie mehr wieder mit Baumwolle laufen. Das gilt sowohl für Shirts, Hosen, Socken und vor allem für die Unterwäsche! Denn diese Funktionsbekleidung hat die Eigenschaft, Feuchtigkeit vom Körper weg nach Außen abzutransportieren. Und je näher die Bekleidung an der Haut anliegt, desto größer ist diese Wirkung. Deshalb ist die Laufbekleidung auch so schön figurbetont! So bleibt der Körper trocken, kein lästiges Textil klebt auf der Haut und verkühlen tut man sich auch nicht so leicht.

Das gilt auch für die Socken. Die sollten auch aus synthetischem Material gestrickt sein und keine Nähte haben. Socken aus Baumwolle saugen sich nämlich mit Schweiß an und verursachen in Kombination mit dem Salz unangenehme Reibungsstellen und folgend Blasen.

Ein weiteres Thema ist auch die Bekleidung für schlechte Witterungsverhältnisse oder Kälte. Es gibt einen schönen und treffenden Spruch: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Bekleidung“. Damit man keine Ausrede bei regnerischem, windigem oder kaltem Wetter hat, zahlt es sich auf alle Fälle aus, zumindest eine Jacke zuzulegen, die eine leichte wind- und wasserabweisende Beschichtung hat. Und für Kälte ist vor allem eine gute Unterwäsche nach obigen Kriterien unerlässlich!
 
Pulsuhr 
Einstiegsmodell von Polar
Die Herzfrequenz ist sozusagen der Tourenzähler des Körpers. Je höher er ist, desto eher werden wir uns im roten Bereich befinden. Doch was sagt uns ein Puls von 170hz? Ist das hoch? Gerade recht für einen Anfänger? Oder kann er durchaus etwas höher sein?

Nichts sagt es aus! Ohne zu wissen, wie der jeweilige Körper funktioniert, kann man nur eine Zahl ablesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich überfordert ist zwar bei einem Puls von 190hz höher als bei 130hz, doch das kann unser eigenes Empfinden auch feststellen. Viele Anfänger machen sich schon von Beginn an zu Sklaven der Pulsuhr, weil sie irgendwo gehört haben, dass es gut sein soll, mit 130hz zu trainieren. Und wenn sie dann loslaufen wird gleich klar, dass in kürzester Zeit die Vorgabe schon überschritten wird. Laufen kann man das dann nicht nennen!

Solltest du nach einiger Zeit systematisch trainieren und vielleicht deine Leistung optimieren oder sogar maximieren, dann kann eine Pulsuhr sehr hilfreich sein. Lass dich dann aber gut (am besten von deinem Trainer) beraten, denn hier gibt es auch wieder viele (zu viele) unterschiedliche Modelle.  

Schuhe 
Minimus von New Balance
Der wohl wichtigste Teil der Ausrüstung sind die richtigen Laufschuhe. Denn die Belastung, die unsere Füße beim Laufen ausgesetzt sind, ist dermaßen groß, dass wir sehr leicht eine Überlastung im Fuß-, Knie oder Hüftgelenk einfangen. Sehr viele Läuferprobleme entstehen auf Grund von falschem Schuhwerk.

Doch welche Schuhe sind nun die richtigen für uns Anfänger? Gibt es spezielle Anfängerschuhe? Nein! Es gibt auch keinen guten oder schlechten Laufschuh, sondern nur den richtigen oder den falschen für jeden einzelnen Läufer. Der Schuh muss nämlich zum Laufstil, Gewicht, Trainingsumfang, Leistungsniveau, Abrollverhalten und orthopädischen Voraussetzungen angepasst sein. Deshalb ist es nicht sinnvoll, in ein Sportgeschäft zu gehen und den teuersten Laufschuh zu kaufen, sondern sich vom Experten beraten zu lassen. Es gibt spezielle Laufgeschäfte, die für dich den richtigen Schuh herausfinden. Sei es durch eine einfache Videoanalyse oder durch spezielle Tests. Für den Raum Wien kann ich jedenfalls das Geschäft „Laufsport Blutsch“ empfehlen, bei dem meine Sportler bisher immer bestens versorgt wurden.

Doch hier wieder ein großes ABER!
Für mich ist dieses Laufschuhthema dennoch viel zu abgehoben. Gerade Anfänger laufen (hoffentlich) keine langen Distanzen und auch nicht täglich – mehr darüber in den nächsten Berichten! Wenn du zum Beispiel zwei bis drei Mal pro Woche eine halbe Stunde laufen gehst, dazwischen zumindest einen Tag Pause gönnst, dann brauchst du dir auch über die richtigen Laufschuhe keine Gedanken machen. Die Belastung ist noch nicht so hoch, dass man nachhaltige Überlastungen bekommt (außer es bestehen schon orthopädische Probleme!). Außerdem hat man als Anfänger meist noch keinen ordentlichen Laufstil antrainiert und es besteht sogar die Gefahr, dass man scheinbar mehr Führung und Stütze braucht und so den falschen Schuh verkauft bekommt. Näheres kannst du in meinen Berichten über Dämpfung und Pronationsstütze lesen.

Erst wenn das Laufen eine richtige Regelmäßigkeit bekommt, dann wird es höchste Zeit, den optimalen Schuh für dich zu finden.

    Es gibt also auch bei den Schuhen keine Ausrede, dass man nicht mit dem Laufen beginnen kann. Wie nun das Training aussehen kann, dann erfährst du nächste Woche.

    Kommentare :

    1. Eine Ergänzung noch für die Damen: ein guter SportBH ist eine gute Investition finde ich - sollte keine Nähte haben, die aufreiben könnten und gut mit dem Pulsgurt kombinierbar sein
      Rosa

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      1. Danke - natürlich ist ein guter SportBH besonders wichtig. Da ich selbst keinen Überblick zu den guten BHs habe - gibt's da besonders gute oder welche die man überhaupt nicht empfehlen kann? Ich höre nämlich immer wieder, dass viele einschnüren oder dass man sich dadurch soagar aufscheuert. Bin um jeden Hinweis dankbar!

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    2. "Triaction" heißt mein bester, allerdings weiß ich nicht, von welcher Firma ? Solche mit Nähten innen können aufreiben, z.B. ein Modell von Odlo - nix für intensive Einheiten.
      Die Balance zwischen fest sitzendem Pulsgurt und Beengtheit beim Atmen wird wohl eine Challenge bleiben...eventuell bringen die neuen BHs mit integriertem Pulsgurt etwas...vorausgesetzt, die Aufzeichnung funktioniert ? Hat jemand Erfahrung mit so etwas ? Rosa

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