Runtasia Infokanal: Was mich an Laufveranstaltungen stört

Sonntag, 4. Mai 2014

Was mich an Laufveranstaltungen stört


Ein großes Thema für mich ist die vor allem die Nachhaltigkeit. Gerade wenn viele Menschen auf einem Fleck sind, können Kleinigkeiten eine große ökologische Wirkung haben. Es geht dabei nicht nur um die Abfallbeseitigung, sondern auch um teils selbstverständliche Dinge. Aber auch andere unangenehme Entwicklungen sind mir in letzter Zeit aufgefallen - eine Tatsache? Oder werde ich vielleicht in meinem läuferischen Alter kritischer?

T-Shirts 

Die größte Verschwendung sehe ich im sogenannten „Finishershirt“. Die meisten sind aus einer sehr schlechten Qualität, oft auch „nur“ aus Baumwolle, was der Läufer nicht so liebt. Die Aufdrucke sind von den Werbeträgern und optisch eine Augenbeleidigung. Den einzigen Nutzen, den solche Shirts haben ist nicht das Tragen sondern, das Sammeln. Der Läufer ist ja auch ein Trophäensammler, die im Kleiderschrank zu finden sind. Neben der Qualität ist auch die Produktion dieser Shirts zu hinterfragen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Shirts einen fairen Preis haben!

Manche Veranstaltungen (Frauenlauf, Nightrun) haben es jedoch geschafft, dass ihre Shirts auch getragen werden. Genau solche Konzepte sollten Laufveranstaltungen verfolgen. Nicht nur eine Erinnerung, sondern auch eine nachhaltige Funktion.

Zeitnehmung 

Jeder Teilnehmer einer Veranstaltung möchte natürlich eine korrekte Zeit seiner Leistung erhalten. Die moderne Zeitnehmunge mit sogenannten Chips macht dies möglich. Jeder Läufer in Österreich kennt den gelben „Pentek-Chip“, den manche sogar das ganze Jahr über auf dem Laufschuh tragen. Ein Chip für alle Laufveranstaltungen.

In letzter Zeit jedoch kommen immer mehr „Einwegchips“ auf den Markt, die nach der Veranstaltung weggeworfen werden (müssen). Vor allem der „Chip auf der Startnummer“ ist meiner Meinung nach die größte Verschwendung, da es ihm nicht einmal ermöglicht, ein zweites Mal Verwendung zu finden. Wertvolle und seltene Materialien werden nach einem Gebrauch weggeworfen. Laut Insiderinformationen ist die Ungenauigkeit bzw. die Fehleranfälligkeit bei diesen Chips deutlich höher. Diese Technik muss noch etwas ausgereift werden...oder besser noch ökologiesiert werden!

Boykottiere Veranstaltungen, die nicht wiederverwertbare Einwegchips zur Zeitnehmung verwenden.

Labestationen 

Die Verpflegung spielt natürlich eine große Rolle bei Veranstaltungen. Und jeder sollte nicht nur ausreichend, sondern vor allem jeder sollte etwas erhalten, auch die langsameren Läufer! Nicht selten wird berichtet, dass die hinteren Läufer keine Getränke mehr bekommen oder die Labestationen sogar schon am Abbauen sind. Wenn es einen offiziellen Zielschluss gibt, dann sollten die Labestationen auch dementsprechend lange und ausreichend ausgestattet sein.

Es ist erstaunlich, dass manche Veranstalter bemüht sind, im Ziel eine außergewöhnliche Verpflegung anzubieten. Da gibt es mehr als nur Wasser und Bananen. Zu beobachten ist, dass die Qualität der Endverpflegung abnimmt, je größer die Veranstaltung ist. Zu begründen ist diese indirekte Korrelation wohl damit, dass viele Läufer viel Platz brauchen. Und gerade im Ziel gibt es davon oft nur wenig. Doch wenn es Kekse oder andere Köstlichkeiten gibt, werden sich die Läufer gerne noch im Zielbereich aufhalten wollen, was die Stimmung im Ziel deutlich anhebt. Bei jenen Veranstaltungen, die es geschafft haben, die Sportler im Zielbereich zu halten, haben die Endverpflegung etwas abseits des Zieleinlaufs platziert, wo kein Läufer im Weg ist und er sich nicht beeilen muss. Und wenn man die richtigen Sponsoren sucht, dann kann aus der letzten Verpflegungsstation eine Jausenstation werden.

Becher/Flaschen 

Ich selbst konnte einmal beobachten, wie bei einem Wettkampf, an dem mehr als 40.000 Läufer am Start waren, die Becher an der Labestation aus Einzelflaschen befüllt wurden. Wenn jeder nur 100ml Elektrolytgetränk trinken würde, müssten mehr als 5.000 Plastikflaschen entsorgt werden! Gleichzeitig werden auch 40.000 Plastikbecher nur einmal verwendet!

Wo doch jeder Hersteller praktisch verpackte Trockenpulver anbietet. Positiv muss ich aber erwähnen, dass diese erwähnte Veranstaltung im heurigen Jahr auf die Flaschen verzichtete und das Elektrolytgetränk vor Ort in großen Mengen zubereitete. Dennoch sind die Trinkbecher alle aus Kunststoff. Einmal verwendet und weggeworfen. Gibt es da nicht andere Lösungen, die umweltschonender sind?

Was wurde aus den Bechern, die es bis vor Kurzem gab? Sie waren aus Papier, waren somit abbaubar, und Läufer konnten daraus leichter trinken, da sie nicht brechen, wenn sie gedrückt werden. Vielleicht ein Kostenfaktor für den Veranstalter?

ungenaue Streckenlänge 

Jeder kennt bestimmte Laufbewerbe, bei denen überdurchschnittlich viele Bestleistungen erzielt werden, sogar Weltrekorde gelaufen werden. Wie zum Beispiel beim Berlinmarathon. Doch gibt es für uns Normaloläufer auch solche Läufe, die Bestzeiten fördern. Nicht aber durch die ideale Streckenführung, sondern durch die „exakt“ vermessene Streckenlänge. Ist die Strecke nämlich 200m zu kurz, fällt es den wenigsten auf, man braucht aber dennoch eine Minute weniger für diese Distanz! Manche Veranstalter ziehen so vielleicht sogar Läufer an, die genau dort ihre persönliche Bestzeit laufen…nur war die Strecke eben um 200m zu kurz.

Ich finde das unfair und unsportlich. Auch kleinere Veranstaltungen, die zum Beispiel einen 10km-Lauf anbieten, sollen dafür sorgen, dass es auch tatsächlich 10 Kilometer sind. Ich vergleiche dieses Verhalten überspitzt sogar mit Doping. Nur von der anderen Seite – der Veranstalter dopt seine Läufer – zwangsgedopt!

Läufer als Nebendarsteller 

Laufveranstaltungen sind bekannterweise für Läufer da. Es messen sich Läufer gegeneinander und zum Schluss erhält man eine Siegerliste. Und je größer die Veranstaltung ist, desto mehr sind die Veranstalter von diesen vielen Läufern abhängig. In Wirklichkeit hat es aber den Anschein, dass es das Gegenteil davon ist: je mehr Läufer am Start sind, desto wichtiger werden die Spitzenathleten, die engagiert werden, die Medien und vor allem auch die Sponsoren, die immer größere Teilnehmerzahlen für sich nützen. Das Fernsehen überträgt die Veranstaltung live aus dem Läufervolk – und fährt natürlich mit dem Motorrad kilometerlang durch die nach Sauerstoff japsende Menge.

Der einzelne Läufer hingegen muss mit immer größeren Schikanen fertig werden. Das gebotene Service wird immer schlechter und die Teilnehmer müssen für die Veranstaltung immer tiefer in die Tasche greifen! Denn bei großen Veranstaltungen selbst dabei sein zu dürfen, das hat schon seinen Preis. Doch dass die Veranstaltung überhaupt so groß ist, das liegt eben an den vielen Teilnehmern, wo sich der Kreis schließt.

Wenn du nicht an einem Marathon teilnehmen möchtest, dann such dir kleinere Veranstaltungen aus! Dort ist es meist viel familiärer und du bekommst nicht nur mehr für dein Geld, sondern erlebst auch deutlich mehr! Ein Marathon hingegen wird bei einer kleineren Veranstaltung (unter 500 Teilnehmer) vielleicht weniger Spaß machen, da die Gefahr besteht, dass man die ganze Strecke alleine laufen muss. Für manche hat aber auch das seinen Reiz :-)

Das waren meine Gedanken zu Laufveranstaltungen! Was bringt dich bei Sportveranstaltungen noch zum Rasen? Und damit ist nicht schnelles Laufen gemeint.

 

Tipp der Woche: 

Wie ein Trend zur Massenbewegung wurde - wie das Laufen die Welt erobert hat! Ein besonderer Film für Läufer, die das Laufen verstehen (wollen):
FREE to RUN (DVD)

Kommentare :

  1. Es ist das Alter, Walter ;-)
    Reimt sich sogar und was sich reimt ist wahr (HILFE!)

    Im Ernst: Bin voll bei Dir. Sehr nervig sind noch die langsamen Läufer auf den ersten km, aber das ist ja doch schon ein Dauerthema.
    lg
    Bernd C.

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    1. Bei Blockstart wird das aber größtenteils vermieden. Bin selbst eine von den Hobbyläuferinnen und stelle mich immer im hinteren Bereich auf, nur gibt es auch schnelle Läufer, die halt später kommen und somit an den Trödlern vorbei müssen. Veranstalter leben nicht von den Spitzenläufern, sondern von der großen Anzahl der Hobbyläufer, die einfach gern laufen und auch gern an Bewerben teilnehmen.

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    2. Ich finde, dass bei Mega-Veranstaltungen wie dem Wien Marathon zu wenig WC's im Start- und Streckenbereich sind. (Ich könnte da eine Geschichte erzählen, als ich einmal bei einem Marathon nach ca. 3h Laufzeit ein WC suchte und endlich in der Hauptallee ein freies gefunden habe ------->wüüüüürrrrrgg, der Brechreiz war augenblicklich enorm, so arg hat das gute "Einzelstück" ausgesehen) ;-) LG Harald

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    3. @Bernd: das mag vielleicht wirklich am Alter liegen! Die Zeit ist jedenfalls vorbei, dass ich über manche Sachen hinwegsehe #mentalesalter ;-)

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    4. Das mit dem Blockstart hat beim letzten VCM (2014), zumindest für mich, überhaupt nicht funktioniert. Mit meiner Zielzeit wäre ich der Langsamste im Block gewesen, habe aber hunderte Läufer überholt, mit teilweise großem Geschwindigkeitsunterschied ... Ich bin da dann eher vorsichtig/umsichtig, es gibt Leute die weniger Rücksicht nehmen und dann auch rempeln. Das ist vielleicht auch nicht die feine Art, andererseits kann ich es aber auch verstehen. Es ist auch nicht ganz fair sich in einen Block einzureihen der nicht zur Zielzeit passt, darüber sollten die Leute die dann schimpfen sich vielleicht auch Gedanken machen ..

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    5. ...sehr nervig sind die langsamen Läufer auf den ersten KM.
      Kann es sein, lieber Bernd C., das Sie auch nicht jeden Wettbewerb als Frontläufer anführen?
      Sind Sie dann nicht auch ein langsam Läufer?
      Vielleicht sogar ein nerviger?

      Grüsse von hinten.

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  2. Die "Papier-Becher" sind ja auch aus beschichtetem Papier und deswegen genau so schwer abbaubar wie die aus Kunststoff. Umweltmäßig also keine wirkliche Verbesserung. Zum trinken sind sie allerdings wirklich besser.

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    1. Danke - da hast du recht! Interessant wäre dennoch, wie groß der Unterschied ist. Ich denke jedenfalls, dass Papierbecher zumindest weniger Kunststoff dabei hat...ganz unabhängig von der CO2-Belastung.
      Gibt's dazu andere Vorschläge?

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    2. Zur EURO 2008 gab's anscheinen eine Studie. Ist natürlich alles auf das spezielle Event ausgerichtet, aber ich denke man kann deutliche sehen, dass Pappbecher zumindest die beste Alternative im Einweg-Bereich sind. Bei vielen Trail-Veranstaltungen wird man ja "gezwungen" seinen eigenen Becher mit zu nehmen. Ich denke aber nicht, dass das bei einer Massenveranstaltung wie den großen City Marathons durchführbar ist ;-)
      Hier noch der Link zur Becher-Studie
      http://www.lorangerie.ch/wp-content/uploads/2012/03/oekobilanz_bechersysteme.pdf

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    3. Genial, was es nicht alles für Untersuchungen gibt! Danke für den Link :-)

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  3. In Paris gibt´s kleine Flaschen anstatt Becher. Die kann man dann eine Zeit lang mit sich tragen und so auch auf ein paar km verteilt trinken, so dass man vielleicht weniger oft zur Flasche greifen muss und somit weniger Müll produziert. Auf jeden Fall fällt einem das Trinken viel einfacher. Damit man nicht über Flaschen stolpert gibt´s große Container die wie Basketballkörbe aufgebaut sind, um die Läufer zu motivieren auch hinein zu zielen, damit der Müll nicht auf der Straße liegen bleibt und nachkommende Läufer behindert. Auch das funktioniert ganz gut !

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    1. Auch wenn's für den Läufer praktisch ist (ich würde auch lieber aus einer Flasche trinken!), umwendlfreundlicher ist es sicher nicht! Und dass beim Wienmarathon alle die Flaschen in die Container werfen, das bezweifle ich auch ;-)

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    2. Alle machen es in Paris auch nicht.... Leider

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    3. Think global - act local!
      Was hast du in Paris verloren?! Wenn man den Flug nach Paris mit einbezieht, ist es doch irrelevant, welche Becher angeboten werden.
      Das ist ja generell das Problem des "ökologisch richtigen Verhaltens". Man glaubt, man tut etwas Gutes für die Umwelt, doch die großen Belastungen übersieht man. Meine Devise: stay lokal - act here!

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    4. Tante Claudette besuchen !

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  4. Über Einwegchips wird sich oft aufgeregt. Dabei wiegt so ein Chip nur ca. 3 Gramm. Das ist fast vernachlässigbar, wenn man bedenkt dass viele Läufer mit ihren tonneschweren Autos zu den Läufen fahren. Da werden zig Liter (tausende Gramm ;-) ) an giftigem Benzin verbrannt um zu einem Pimperllauf zu gelangen. Lokale Läufe in Reichweite sollte man per Pedes, öffentlich oder Fahrrad erreichen.
    Dass man so nicht z.bsp zum NY-Marathon kommt ist klar.
    Aber z.Bsp innerhalb von Wien sollte man das Meiste auch ohne Auto schaffen. Erst dann darf man sich m.M. nach über den Einweg-Mikrochip beschweren.
    Auch die Auswahl der Läufe sollte man sich überlegen, einen 5 km kann man vielleicht auch in seiner Heimatstadt laufen, man muss dafür nicht unbedingt hundert(e) km weit fahren.
    Think global, act local

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    1. Das hört sich auch sehr einfach an - vor allem für einen überzeugten Radfahrer ;-) Das sollten sowieso viel mehr machen...nicht nur zu Laufveranstaltungen, sondern generell! Die meisten Wege in der Stadt können mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Aber oft siegt die Bequemlichkeit oder Routine!

      Internationale Wettkämpfe sind auch ein spezielles Thema für uns Läufer - wir wissen, welchen ökologischen Fußabdruck jeder einzelne Flug verursacht! Dazu bräuchte man wohl keine Gedanken mehr über Plastikbecher machen!!! ;-)

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    2. Ich fahre Rad WEGEN Bequemlichkeit und Routine.
      Aber vielleicht besser dass das nicht alle so machen, sonst habe ich bald keinen Platz mehr am Radweg ;-)

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    3. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/RFID, Absatz "Umwelt und Recycling"

      Auf Umverpackungen aufgebrachte RFID-Tags können nach derzeitigem Kenntnisstand nicht so gut recycelt werden wie Umverpackungen ohne RFID-Tags. Sortenreines Verpackungsmaterial wie Altglas, Altpapier oder Kunststoff kann durch die schwierig abzutrennenden RFID-Chips aus Kupfer und weiteren Metallen verunreinigt werden. Mögliche Risiken von Verunreinigungen des Recylingmaterials durch RFID-Chips können aufwendigeres Recycling oder mindere Qualität der entstehenden Rohstoffe bedeuten.

      Derzeit gibt es keine Regeln zur Entsorgung der Transponder als Elektronikschrott beim Masseneinsatz.

      Ein weiterer Punkt ist der Ressourcenverbrauch von RFID-Transpondern. Kostbare Edelmetalle gehen mit ihnen diffus auf Deponien und in Müllverbrennungsanlagen verloren. Obwohl ein einziger Transponder nur eine geringe Menge Edelmetall enthält, würde durch eine große Anzahl von Chips (z. B. in Lebensmittelverpackungen) der Ressourcenverbrauch erheblich steigen.

      Leider mal wieder mal ein Beispiel dafür dass die Umwelt sich der Technik (und letztendlich Kosteneinsparung -> mehr Gewinn) beugen muss.
      Was mich stört ist, dass das Umweltthema (wieder einmal) erst nachher ein Thema wird. Ändern tut sich dann aber meistens nicht viel mehr oder sehr sehr langsam.

      Außerdem liegt hier eine Zwangsbeglückung, ich kann nicht selbst entscheiden ob ich bei Teilnahme an einer Laufveranstaltung den RFID-Chip benutzen möchte oder nicht.


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    4. Danke Joseph!
      Ich denke, das ist genau das Dilemma: wieder eine unnötige Ressourcenverschwendung und wir können uns nicht einmal dagegen wehren....nur, indem wir solche Veranstaltungen bewusst boykottieren.

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  5. Mich haben auch die viel zu geringe Anzahl der WCs erstaunt - haben halt alle in der Hauptallee gepinkelt- und das rutschen auf den Bechern

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    1. Wenn einer an den Baum pinkelt hat es nur geringe Auswirkungen, doch wenn's 100 machen, dann wird's kritisch! Sieht man auch sehr gut bei Zeltfesten - rund um den Platz sehen die Bäume meist vertrocknet aus!!

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  6. Also ich laufe sehr gerne bei kleinen Veranstaltungen und bin meinen ersten Marathon in der Wachau gelaufen, der Wachaumarathon ist zwar jetzt an sich keine kleine Veranstaltung, wenn man den Marathon dort läuft ist das allerdings doch sehr familiär dadurch dass der Start von Halb- und Viertelmarathon getrennt ist. Letztes Jahr gab es gerade mal 673 Finisher. Für mich war das ein ganz tolles Lauferlebnis, gerade deshalb weil es kilometerlang einfach durch die wunderschöne Natur ging, ohne Lärm, ohne Zuschauer, man konnte sich nur auf sich konzentrieren. Und die Zuschauer die da waren haben dann auch sehr fleißig angefeuert und die nimmt man auch viel bewusster wahr bzw. wird man umgekehrt mit Namen angefeuert und mehr als Person und nicht als Läufermasse gesehen. Ich hatte auch immer Läufer vor mir im Blickfeld und fühlte mich nie allein. Toll finde ich auch die Möglichkeit der Anreise aus Wien mit Sonderzug.

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    1. Der Wachaumarathon ist auch eine "kleine" Veranstaltung. Die Gegend macht die geringe Teilnehmerzahl beim Marathon wett! Manche Läufer brauchen aber weniger Natur, dafür umso mehr Konkurrenz...dazu ist der Wachauer nicht wirklich geeignet.

      Ich hab eine Erinnerung beim ehemaligen Tirolmarahon (Wörgel-Kufstein-Wögel): War eigentlich die ganze Strecke alleine, die ich phasenweise nicht einmal gefunden gabe. "Zum Glück" bin ich eingegangen und wurde immer wieder überholt ;-)

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  7. Genau so sehe ich es auch!
    Wenn die Strecke nicht ordentlich ausgemessen werden kann, ist das ein Armutszeugnis des Veranstalters. Überhaupt in unserer Zeit, wo doch jeder eine GPS-Uhr hat!

    Danke jedenfalls für deine Gedanken - ich hoffe, sie werden auch von den Veranstaltern gelesen ;-)

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    1. AIMS vermessene Strecken, also amtlich, sind meist 1-2% länger als GPS Uhren anzeigen. Je nach Kurvenlage der Strecke

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    2. ...ich nehme an, dass dies deine persönliche Einschätzung ist?

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  8. Zum Thema Startersackerl und T-Shirt: In dem Sackerl ist ja meist auch jede Menge "Zeug", dass ich nicht brauche (z.B.: die 97te Plastik-Trinkflasche, Stirnband, ...) Meist schenke ich all das her inkl. T-Shirt, da meist XS oder S ein M ist ... Mein Vorschlag: bei der Anmeldung ankreuzen, ob man das Sackerl/Shirt will, denn dann kann ich für mich gleich entscheiden, dass es gar nicht produziert wird und ich somit Ressourcen schone ...

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  9. Ich sitze in der BIM Nr. 5 und bin mal wieder unterwegs um eine Startnummer für den Laufevent abzuholen. Ich mag diese Läufe, die vielen Menschen am Start die Spannung die dort zu spüren ist, die positive Energie, die Vorfreude und besonders das Adrenalin in meine Körper. Der WACHAUmarathon steht an. Ich möchte dort den Halbmarathon bestreiten.

    Neben mir in der Bim bekomme ich Gespräch zwischen der kleinen Johanna und ihrem Großvater mit. Johanna löchert ihn mit vielen Zukunftsfragen: Was passiert wenn kein ÖL mehr da ist? Sollte dann nicht jeder Mensch nur eine bestimmte Strecke mit dem Auto fahren dürfen? Ich habe gehört das mit dem Klimawandel kann man nicht rückgängig machen, oder? Was passiert wenn die Polkappen geschmolzen sind? Und viele Fragen mehr. Die Fragen von Johanna haben mich sehr beindruckt. Ich hoffe sie hört nicht auf diese Fragen zu stellen, denn das sind wohl zentrale Fragen der Zukunft. Ihrer Zukunft und der ihrer Kinder.

    Was hat das jetzt mit Laufevents wie dem WACHAUmarathon zutun. Wie ich mit meine Start-/Kleiderbeutel wieder in der Bim Stize muss ich wieder an das Gespräch denken. Jeder hat bestimmt schon mal einen solchen Kleider beutel gesehen. Mein Beutel wog ca. 2250g und enthielt eine Zipbeutel mit der Startbummer und Gutscheinen, ein Laufshirt, das ich extra bestellt habe, eine Zeitung, einen sogenannten Goody-Bag mit Weberartikel. Beim WACHAUmarathon werden sich wieder weit über 10.000 Läufer und Läuferinnen auf dem Weg mach. Über 10.000 Beutel mit Dingen die wir nicht brauchen. Das sind weit über 20t Rohstoffe, mit denen Johanna und ihre Kinder sicher etwas Sinnvolleres anfangen könnten. Vieleicht Rohstoffe die Ihnen fehlen.

    Da kam mir wieder das Posting von Walter in den Sinn. Er spricht hir auch von „Finishershirt“ die wohl kaum einen fairen Preis haben. So ein Shirt befand sich vielleicht auch in meinem Beutel. Ist mein Shirt vielleicht von einer Johanna aus Bangladesch genäht worden. Jeder hat wohl noch die Bilder der eingestürzten Textilfabriken vom 24. April 2013 mit 1127 Toten im Kopf.

    Was machen wir da eigentlich. Wir Läufer haben Spaß und sammeln Trophäen, die Veranstalter machen Gewinn, die Sponsoren machen Werbung und die Johannas dieser Welt? Das geht sicher auch anders. Das geht auch sicher so, dass wir die Rohstoffe für die Zukunft schonen, dass die Johannas aus Bangladesch davon ebenfalls profitieren.

    Danke kleine Johanna! Danke Walter! Danke, dass ihr mich zum nachdenken gebracht hast.

    Ja genau Daniela Last es uns in Zukunft anders machen. Lasst uns doch daran etwas ändern. Last uns mit den Veranstaltern und den Sponsoren reden.

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  10. alles sehr valide Punkte. Wir müssen umdenken. Jetzt!

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