Runtasia Infokanal: Wir nehmen ab – und gehen ab jetzt laufen!

Sonntag, 24. Juli 2011

Wir nehmen ab – und gehen ab jetzt laufen!


Überall in jeder Zeitschrift ist zu lesen, dass man, wenn man abnehmen will, sich mehr bewegen soll! Und laufen ist doch die effizienteste und zugleich einfachste Möglichkeit, mehr Kalorien zu verbrauchen. Die Kilos purzeln nur so, wenn man erst einmal in den Laufschuhen ist. Die Fettverbrennung wird angekurbelt, die Muskulatur gestärkt, der Kopf wird frei…und lächeln nicht vergessen! Aber so einfach ist das leider nicht – wie mir wahrscheinlich viele recht geben werden.
In den nächsten Berichten möchte ich das Thema Abnehmen etwas genauer betrachten. Viel ist bekannt, wird aber falsch verstanden bzw. nicht effizient umgesetzt. Heute die Theorie:

Jeder hat wohl den Wunsch ein paar Kilos weniger zu haben, damit die Bluse oder das Hemd etwas besser passt, das Kleid nicht so spannt oder der Knopf der Hose leichter zugeht. Beinahe jeder hat bereits eine Diät versucht, um ein Wunschgewicht zu erreichen. Dabei ist aber meist nicht die Gesundheit der ausschlaggebende Grund für diesen Wunsch, sondern es ist meist ein ästhetischer. Das Selbstwertgefühl, der gesellschaftliche Druck durch die Medien und die dadurch erhoffte gesellschaftliche Bestätigung, sind meist die Motivationsgründe, das Körpergewicht zu senken. Noch immer sind dabei die Frauen mehr betroffen als die Männer, obwohl die in den letzten Jahrzehnten stark aufholten.

Das Alter, in dem man mit den ersten Diäten beginnt wird immer niedriger. Vor einigen Jahren kam bei einer Umfrage in Wiener Schulen heraus, dass 90% der Schülerinnen unzufrieden mit ihren Körperproportionen sind. Das geht sogar soweit, dass sich bei uns ca. 40% der unter- bis normalgewichtigen(!) Mädchen und jungen Frauen zwischen 11 und 19 Jahren „zu dick“ fühlen.

-          90% der Mädchen sind mit ihren Körperproportionen unzufrieden, bei erwachsenen Frauen sind es 80%
-          82% der Mädchen und Frauen haben Angst zuzunehmen
-          84% der Mädchen und 80% der Frauen machen ihren Selbstwert vom Gewicht abhängig.
-          52% der Mädchen haben schon einmal eine Diät gemacht, ohne dass Übergewicht vorlag.
-          15% der Mädchen geben an, absichtlich erbrochen zu haben.
-          9% der Mädchen haben Abführmittel genommen.
-          3% der Mädchen haben Entwässerungstabletten genommen.
-          3% der Mädchen haben mehr als 24 Stunden gefastet.

(Quelle: De Zwaan, M., Wimmer- Puchinger, B., Baldaszti, E., 2000: Wie groß ist das Problem in Wien? Erhebung bei Wiener SchülerInnen Wimmer- Puchinger, B, Strobich, M: Schlankheit – immer noch ein Ideal? Erhebung bei 657 Wiener Frauen, 2004)

Wie kann man Übergewicht definieren?
Zurzeit wird zur Bewertung des Übergewichts der Body Mass Index (BMI) herangezogen. Bereits in den 50er Jahren hat eine amerikanische Versicherung einen einfachen Schlüssel für die Bewertung der Lebenserwartung ihrer Klienten gesucht, der bis heute Anwendung findet:

BMI = Körpergewicht (cm) / Körpergröße (m)2

Berechne doch gleich selbst deinen Body Mass Index:


Der BMI berechnet sich nach der Formel Gewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße in Metern zum Quadrat. Um Besuchern Ihrer Homepage die Berechnung des Body Mass Index leicht zu machen, binden Sie das BMI Script/BMI-Club in Ihre Homepage ein. Beachten Sie auch das folgende Informationsangebot: Body Mass Index.
Vielen Dank für die Benutzung des Body Mass Index (BMI)-Rechners von BMI-Club.



Diese Formel besagt, dass man mit steigendem bzw. auch bei sinkendem Verhältnis von Körpergewicht und dem Quadrat der Körpergröße eine niedrigere Lebenserwartung hat. Dazwischen hat man sozusagen einen gesundheitlichen „Schutzfaktor“, der erreicht werden soll. Jeder Arzt beurteilt das Risiko, z.B. einer Herzkreislauferkrankung zu erleiden mit diesem Parameter. Man ist nämlich draufgekommen, dass ein BMI von über 30 mit einem deutlich erhöhten Risiko einhergeht. Wir sollten deshalb versuchen, so gut es geht im „grünen“ Bereich zwischen 18,5 und 25 zu bleiben, was das niedrigste Risiko bzw. höchste Lebenserwartung bedeutet. 

Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) diese Bewertung aufgenommen und dient jetzt zur weltweiten Erhebung des Gesundheitszustandes einer Bevölkerung.


Kategorie
BMI (kg/m²)
Bewertung

Starkes Untergewicht
< 16
Untergewicht
  
Mäßiges Untergewicht
16 – 17

Leichtes Untergewicht
17 – 18,5

Normalgewicht
18,5 – 25
Normalgewicht

Präadipositas
25 – 30
Übergewicht

Adipositas Grad I
30 – 35
Adipositas

Adipositas Grad II
35 – 40

Adipositas Grad III
≥ 40
 Klassifikation des BMI laut WHO

Wie sieht es bei uns in Österreich aus?
 Laut Statistik Austria aus dem Jahre 2006/07, sind beinahe die Hälfte! der Österreicher über dem 15. Lebensjahr übergewichtig - Tendenz steigend. Der Anteil derer, die bereits einen BMI von über 30 hat, liegt bei 12,4% - heiß: jeder 8. Österreicher ist stark übergewichtig. Und je älter man wird, desto höher ist der Anteil der Übergewichtigen. Sogar jeder Fünfte über 60jährigen ist adipös.








Merkmale
Insgesamt
Untergewicht
Normalgewicht
Übergewicht
Adipositas
BMI<18,5
BMI 18,5-<25,0
BMI 25,0-<30
BMI 30 u. mehr
in 1.000
in %
Insgesamt
6.991,9
2,6
49,8
35,3
12,4






Alter in vollendeten Jahren




15 bis unter 60
5.169,0
3,1
54,7
31,6
10,6
15 bis unter 30
1.545,5
6,9
71,9
16,7
4,6
30 bis unter 45
1.957,7
1,8
54,3
33,8
10,1
45 bis unter 60
1.665,7
1,0
39,4
42,7
16,8
60 und mehr
1.822,9
1,2
35,7
45,9
17,3
60 bis unter 75
1.172,6
0,8
32,7
46,7
19,8
75 und mehr
650,3
1,9
41,1
44,4
12,6






Q: STATISTIK AUSTRIA, Gesundheitsbefragung 2006/07. Erstellt am: 18.07.2008


Betrachten wir die Daten aber einmal etwas genauer!
Analysiert man die Erhebungen nach dem Geschlecht, so sieht man, dass die Männer sogar einen noch viel höheren BMI als die Frauen haben (54,5% zu 41,3%). Ist das der Grund, wieso die Frauen eine um 4 Jahre höhere Lebenserwartung haben? Und ist vielleicht das Alter selbst die Ursache für einen höheren BMI?





Merkmale
Insgesamt
Untergewicht
Normalgewicht
Übergewicht
Adipositas
BMI<18,5
BMI 18,5-<25,0
BMI 25,0-<30
BMI 30 u. mehr
in 1.000
in %
Insgesamt
6.991,9
2,6
49,8
35,3
12,4






Geschlecht, Alter in vollendeten Jahren



Männer
3.367,6
1,3
44,2
42,5
12,0
15 bis unter 60
2.597,8
1,4
48,1
39,6
10,9
15 bis unter 30
784,3
3,7
71,3
20,6
4,4
30 bis unter 45
985,6
0,5
44,6
44,0
10,8
45 bis unter 60
827,9
0,4
30,2
52,2
17,2
60 und mehr
769,8
1,0
30,9
52,5
15,6
60 bis unter 75
548,1
0,5
28,1
52,9
18,6
75 und mehr
221,7
2,4
37,9
51,5
8,1
Frauen
3.624,3
3,7
55,0
28,6
12,7
15 bis unter 60
2.571,2
4,7
61,5
23,5
10,3
15 bis unter 30
761,2
10,2
72,5
12,7
4,7
30 bis unter 45
972,1
3,1
64,0
23,4
9,4
45 bis unter 60
837,9
1,7
48,5
33,3
16,5
60 und mehr
1.053,1
1,3
39,2
41,0
18,5
60 bis unter 75
624,5
1,0
36,8
41,3
20,9
75 und mehr
428,6
1,6
42,7
40,7
15,0






Q: STATISTIK AUSTRIA, Gesundheitsbefragung 2006/07. Erstellt am: 18.07.2008.

Männer und Frauen sind bekanntlich anders gebaut. Männer haben einen höheren Muskelanteil und sind größer aber auch schwerer. Diese Faktoren fließen nicht in den BMI und dieser wird dadurch ziemlich verfälscht. Die Menschen verändern sich bekanntlich auch im Alter: der Muskelanteil wird geringer, der Fettanteil tendenziell höher und sogar die Größe verändert sich. Wenn man die Daten anders betrachtet, so könnte man fast glauben, dass ein erhöhtes Alter die Lebenserwartung senkt...was ja natürlich der Fall ist! Neuere Studien fanden heraus, dass ein leicht erhöhtes Übergewicht nach heutiger Definition im Alter sogar ein Schutzfaktor ist. Deshalb sollte man die Werte für ältere Personen korrigieren.
Auch sportliche Personen mit höherem Muskelanteil werden durch diese Klassifizierung fälschlicherweise oft als übergewichtig eingestuft, obwohl sie offensichtlich eine höhere Lebenserwartung haben.

Ich persönlich bin deshalb mit der Beurteilung des Gesundheitszustands mittels BMI nicht so ganz glücklich und berücksichtige deshalb nur den Körperfettanteil…eventuell auch noch den Hüft- und Bauchumfang. Denn die Körperzusammensetzung sagt mehr aus als ein Verhältnis zwischen Gewicht und Größe. Ich gehe auch noch einen Schritt weiter und ziehe den Fitnesszustand auch mit hinein. Denn „die dicken Fitten sind gesünder als die dünnen Unfitten“!

Wie nun ein „gesunder“ Körper aussieht und wie man ihn mit dem Laufen erreichen könnte, das erfährst du in den nächsten Berichten – also gleich diesen Blog abonnieren!

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