Runtasia Infokanal: Achillessehne - die Achillesferse des Läufers

Sonntag, 24. Februar 2013

Achillessehne - die Achillesferse des Läufers

Foto: sabrina gonstella/pixelio.de
Du stehst auf in der Früh und die ersten Schritte sind steif? Deine Achillessehne tut weh beim Hineindrücken? Am Anfang des Trainings tut dir die Achillessehne weh, um dann mit dem Warmwerden allmählich besser zu werden? Spätestens jetzt sollten die Alarmglocken laut klingen. STOP! Nicht Zähne zusammenbeißen, durch den Schmerz laufen oder denken „wird scho’ wieder“ – außer du möchtest, dass die ganzen Saison im Eimer ist.

Bei solchen Symptomen ist es wichtig, rasch zu handeln! Als erste Maßnahme DEHNEN! Sowohl die kurze als die lange Wadenmuskeln – und das auf beiden Beinen, nicht nur auf der schmerzhaften Seite. Dann zu der Massagerolle greifen! Waden, Oberschenkel Rückseite und Gesäß sollten gut dran kommen. Die Sehne selbst aber nicht mit der Rolle behandeln, das kann zu direkt und intensiv sein.

Dann einen Termin beim Physiotherapeuten oder Osteopathen ausmachen. Erstens um die Symptome zu behandeln, aber noch wichtiger ist die Analyse, warum das Problem aufgetreten ist. Hast du Fehlstellungen im Körper? Eine übermäßige Pronation, starke Platt- oder Hohlfüße, ein schiefes oder unbewegliches Becken, eine unvollständige Hüft- bzw Kniestreckung – das kann alles zu Problemen mit der Achillessehne führen. Auch versteckte muskuläre Dysbalancen rund um dem Sprunggelenk oder auch zwischen den vorderen und hinteren Muskelschlingen des Körpers können sich als Übeltäter erweisen.

Vielleicht warst du auch ein Paar Wochen vor den ersten Anzeichen auch krank? Nach einer Grippe oder Erkältung neigt der Körper dazu, Abfallstoffe in den Sehnenansätze am Ellbogen und an der Ferse abzulagern und wenn die Entgiftungsprozesse nicht optimal ablaufen, dann fängt das zwicken schon an.

Gibt es irgendwo im Körper einen verstecken Entzündungsherd? Zahn, Nebenhöhlen, Darm... In diesem Fall ist der Körper in ständiger Entzündungsbereitschaft und Reize die normalerweise gut vertragen werden, können plötzlich unter anderem Entzündungen an der Achillessehne auslösen.

Auch mit dem Trainer sollte man sich zusammensetzen. Läufst du zu viel an hartem Untergrund? Hast du „too much too fast“ trainiert? Wie schaut es mit deiner Rumpfkraft und mit deinem Laufstil aus? Alles Faktoren, die eine Entstehung von Achillessehnenprobleme begünstigt!

Lang leben die Barfußschuhe! Aber bitte nicht sofort einen Longjog damit laufen! Am Anfang reichen kurze Einsätze von 5-10 Minuten, sonst können sie dir sehr schnell durch Achillessehnenschmerzen den Spaß verderben. Auch die beliebten Strandläufe sind einen Killer für deine Achillessehne. Das Wegrutschen bei jedem Abdruck (was im Grunde genommen auch bei rutschigem Schnee so ist) ist sehr schnell eine zu große Belastung und es kommt zu Schmerzen und Reizungen. Also Strandläufe vermeiden oder höchstens im nassen, harten Sand laufen.

Ist es schon so weit gekommen, dass die Sehne oder der Ansatz an der Ferse rot, warm und geschwollen ist, dann ist es höchste Zeit für einen Arzt-Termin. Bis dahin aber viel trinken, mit Vitamin C, Zink und Basentabletten supplementieren und Topfenumschläge für mindestens eine Stunde drauflassen.

Ist nur der Schleimbeutel im Ansatzbereich am Fersenbein das Problem, dann ist eine Kortisonspritze eventuell die Lösung. Aber bitte nur von einem Fuß- bzw Achillessehnenspezialisten machen lassen.

Und was mach ich, damit es nicht so weit kommt?

  • Das Training, der Untergrund und die Schuhe variieren.
  • Das Training ausreichend langsam aufbauen, Sehnen brauchen viel länger als Muskeln um sich an die Belastung zu adaptieren. Als komplett Untrainierter brauchen Sehen 1,5 bis 2 Jahre, um sich an einen Marathon anzupassen!
  • Regelmäßig Rumpfkraft und Rumpfstabilität betreiben, am besten alle 2 Tage.
  • Regelmäßig dehnen und mit der Massagerolle arbeiten.
  • Einen Check beim Physiotherapeuten oder Osteopathen machen, um Dysbalancen und Asymmetrien im Körper nicht zu übersehen.
  • Den Laufstil anschauen lassen und regelmäßig daran arbeiten.
  • Lang leben die Barfuß-Schuhe! Am Anfang sind aber 5-10 Minuten mehr als genug!

Zur Autorin dieses Artikels: Thea Lillehov
Sportphysiotherapeutin, Osteopathin
freiberuflich tätig im Therapiezentrum Mitte, Untere Viaduktgasse 57/6, 1030 Wien

Geb. 1977 in Tönsberg, Norwegen, verheiratet, Physiotherapiestudium an der Internatonale Hochschule Thim van der Laan in Utrecht, Holland, Weiterbildungen u.a in Sportphysiotherapie, Wirbelsäulenrehabilitation, Nervenmobilisation und Kinesiotaping.
Ehemalige Orientierungsläuferin, jetzt Berglauf/Strasseblauf Liebt das Leben, das Laufen, das Bewegen und das Photographieren.

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