Runtasia Infokanal: Was uns müde macht

Sonntag, 16. August 2015

Was uns müde macht

Es ist ja kein Geheimnis: wenn man läuft, dann wird man dadurch müde. Wir wollen aber dieser Müdigkeit widerstehen und entweder weiter oder schneller laufen. Die Müdigkeit zwingt uns in die Knie! Doch was genau bedeutet Müdigkeit? Und wie kann man ihr entgegnen?

Eine von vielen Definitionen zur Ausdauer ist:
die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen Ermüdung – eine bestimmte Belastung möglichst lange aufrechterhalten = Durchhaltevermögen.

Das heißt also, dass beim Ausdauertraining das oberste Ziel ist, eine Widerstandsfähigkeit gegen die Ermüdung zu entwickeln. Jeder kennt es ja von seinem eigenen Training: die gewohnte Hausstrecke wird mit der Zeit weniger anstrengend, und das sogar bei einem schnelleren Tempo! Der Körper empfindet dieses Training als weniger ermüdend als vor wenigen Wochen.

Solange das Training noch im submaximalen Bereich ist, also wenn man nicht an seine Grenzen geht, dann hat man immer noch genügend Reserven. Die Müdigkeit ist noch nicht so groß, dass man abbrechen muss - vorausgesetzt der Schweinehund ist nicht zu groß! Geht es jedoch an die individuellen Grenzen, dann kann die Müdigkeit uns zum Abbruch zwingen. Gerade bei Wettkämpfen oder beim Intervalltraining gibt es immer wieder Abbrüche, weil man nicht mehr in der Lage ist, das Tempo aufrechtzuerhalten.

Ich spreche nun bewusst ganz allgemein über „Ermüdung“ und gehe nicht konkret auf die tatsächlichen Ursachen dieser Ermüdung ein, denn jede Belastung hat nicht nur einen Grund zur Ermüdung, sondern es ist ein Zusammenspiel von vielen Faktoren: Körpertemperatur, Magnesium- und/oder Kalziumkonzentration, Muskelaktivierung und -entspannungsfähigkeit, Energiereserven, Sauerstoffversorgung und natürlich auch die Laktatkonzentration.

Wobei das Laktat selbst nicht ausschließlich an der Ermüdung beteiligt ist. Uns wurde in den letzten Jahrzehnten ständig eingeredet, dass uns das Laktat müde macht und wir versuchen sollten, dieses Stoffwechselprodukt so gering wie nur möglich zu halten. Zu unterschiedlich ist der menschliche Körper, sodass es keine allgemeinen Richtwerte gibt. Genau daran scheitert momentan die Sportwissenschaft. Ich persönlich sehe das von einem anderen Blickwinkel: wenn jemand richtig trainiert, dann wird sich auch die Laktatproduktion bei bestimmten Intensitäten verändern. Nicht aber lasse ich das Training von diesen Laktatkonzentrationen bestimmen.

Mein Zugang zur Müdigkeit – aus der Evolution entstanden: 


Wenn es anstrengend wird und der Körper an seine Grenzen stößt, wird es für ihn stressig. Denn wenn die Belastung zu groß wird, dann wird sich der Körper überfordern, da er nicht mehr die Möglichkeiten hat, diese zu bewältigen. Er schaltet einen Schutzmechanismus ein (Müdigkeit), um sich zu schonen. Er behält aber noch immer eine autonome Reserve zurück, die er in einer Not-Notsituation abrufen kann. Man kann ja nie wissen, ob gerade in dieser Situation irgendwo ein Säbelzahntiger lauert und einen fressen möchte. Ein gutes Konzept der Natur. Und nur so haben wir überlebt.

Jeder kennt das sicher auch aus dem Laufsport: beim Rennen geht nichts mehr, die Beine sind schwer, die Luft fehlt, das Laktat spritzt bereits aus den Ohren heraus! Mit Müh und Not wird man sich noch ins Ziel retten können. Doch wenn dich dein Laufkollege (oder für manche männlichen Läufer reicht bereits eine Frau!) in der Zielgeraden zum Überholen ansetzt, dann werden Kräfte frei und man ist scheinbar zu Unmöglichem fähig!

Somit entsteht die Müdigkeit eigentlich im Kopf! Denn nur dann, wenn eine Notsituation besteht, kann der Körper die letzten Reserven mobilisieren. Wollen wir unser Bestes geben, dann wäre es doch toll, wenn wir auch diese Möglichkeiten für uns nützen könnten! Und das können wir. Das Training hat natürlich ein paar Regeln, die man berücksichtigen muss. Doch zielt jede einzelne Trainingseinheit daraufhin ab, seine Reserven zu mobilisieren und bis dato Unmögliches möglich zu machen. Der Körper passt sich diesen Reizen an und wird besser.

Machs nicht unnötig kompliziert! Du brauchst dazu keinen Trainingsplan oder hochwissenschaftliche Testergebnisse. Wenn du in deinem Training das Modell meiner „Ermüdungsthese“ berücksichtigst, dann wirst du besser werden. Du wirst der Müdigkeit standhalten und deine Grenzen werden sich langsam verschieben.

Machs einfach und konzentriere dich aufs Wesentliche: das Laufen! Dir wird das Training mehr Spaß machen. Eine Anleitung dazu findest du im nächsten Bericht – möchtest du die weiteren Artikel gleich per Mail zugesandt bekommen, dann melde dich doch beim Mailing-Abo an!

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